Gründung und Gründer

Obwohl die Kongresse der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie seit ihrer Gründung 1872 bis zum Zweiten Weltkrieg in Berlin stattfanden, erkannten die führenden Chirurgen vor Ort bald die Notwendigkeit, häufigere Veranstaltungen durchzuführen, um wissenschaftliche Forschungsergebnisse sowie operative Techniken und klinische Erfahrungen miteinander zu diskutieren, aber auch gelegentlich Kranke, neuere medizintechnische Apparate und Instrumente vorzustellen. Gerade die Diskussionen waren in regionalen Bereichen intensiver und somit fruchtbarer zu erwarten als beim nur alljährlichen nationalen Kongreß.

Dreizehn kompetente Chirurgen ergriffen daher die Initiative und luden zur ersten Sitzung in den Hörsaal des Königlichen Klinikums an der Ziegelstraße am 22. November 1886 ein. Diese Gründungssitzung mit Erörterung der Ziele wurde von Georg Franz Blasius v. Adelmann, dem ehemaligen Ordinarius für Chirurgie in Dorpat, geleitet. Er war nach seiner dortigen Emeritierung nach Berlin, einem damaligen Mekka der Chirurgie, gezogen. Hier nahm er lebhaft und fördernd an der wissenschaftlichen und klinischen Entwicklung unseres Faches teil. Zu den Gründern gehörte auch sein Schwiegersohn Ernst v. Bergmann, der offensichtlich die prägende Persönlichkeit dieser ersten regionalen chirurgischen Gesellschaft in Deutschland war. Er leitete seit 1882 das Königliche Klinikum an der Ziegelstraße und war vorher schon Ordinarius für Chirurgie in Dorpat und Würzburg gewesen. Er war in den folgenden Jahren fünfmal Präsident der Tagungen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Für die Bedeutung der Gesellschaft spricht auch die hohe Zahl (über 30) ihrer Mitglieder, die Präsidenten der Tagungen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie waren. Langfristig wurde auch deren Schriftführung (heute Generalsekretariat) von unseren einstigen Mitgliedern Werner Körte und Werner Block wahrgenommen.

Die anderen elf Mitgründer waren auf verschiedene Weise anerkannte Vertreter der Chirurgie. In alphabetischer Reihenfolge seien sie genannt: Maximilian Karl August Bartels, ein praktisch tätiger Chirurg mit besonderen wissenschaftlichen Interessen, z.B. auf dem Gebiet der Anthropologie; Adolf v. Bardeleben, Ordinarius seit 1868 an der Charité, vorher schon in Greifswald; Ernst Gurlt, Mitgründer schon der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und deren langjähriger Schriftführer; Eugen Hahn , seit 1880 Chefarzt der Chirurgischen Klinik am Krankenhaus im Friedrichshain; James Israel, seit 1880 Chefarzt des Jüdischen Krankenhauses; Rudolf Köhler, Oberstabsarzt und dirigierender Arzt der Chirurgischen Nebenabteilung an der Charité; Ernst Küster, Direktor der Chirurgischen Abteilung des Kaiserin-Augusta-Hospitals, ab 1890 Ordinarius in Marburg; Carl Langenbuch, seit 1873 Chefarzt des Lazarus-Krankenhauses, wo er 1882 erstmals eine Cholezystektomie durchführte; Edmund Rose, seit 1881 dirigierender Arzt des Diakonissenkrankenhauses Bethanien, vorher schon Ordinarius in Zürich; Eduard Sonnenburg, Direktor der Chirurgischen Klinik im Krankenhaus Moabit, Julius Wolff, befaßte sich innerhalb der Chirurgischen Klinik der Charité mit Skeletterkrankungen und -verletzungen, wurde 1890 der erste Direktor einer Universitätspoliklinik für orthopädische Chirurgie an der Charité und wurde allgemein nur „Knochen-Wolff” genannt.

Leider sind kriegsbedingt alle Unterlagen, die sich sämtlich im Langenbeck- Virchow-Haus befunden haben sollen, verloren gegangen. Wir haben bei unseren Bemühungen, die Geschichte der Gesellschaft noch mehr aufzuhellen, z.B. keine Mitgliederlisten aus den Jahren zwischen 1886 und dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Eine kurz nach dem letzten Kriege von der Vorkriegssekretärin unserer Gesellschaft als von ihr gerettet erwähnte Mitgliederliste aus dem Jahre 1938/39 ist leider ebenfalls verschollen. Horst Bertram hat in mühevoller Arbeit alle veröffentlichten Sitzungsprotokolle aus der Deutschen Medizinischen Wochenschrift, aus dem Zentralblatt für Chirurgie und – nach 1948 – auch aus der Zeitschrift „Das Deutsche Gesundheitswesen” ausgewertet, so daß wir auf diese Unterlagen zurückgreifen konnten.

 

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