Ferdinand-Sauerbruch-Forschungspreis 2003

PD Dr. Detlef K. Bartsch und Dr. Peter Langer

Klinik für Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Philipps-Universität Marburg

Klinische und genetische Untersuchungen der Multiplen Endokrinen Neoplasie Typ 1

Die Arbeit befaßt sich mit der Multiplen Endokrinen Neoplasie Typ 1 (MEN 1), einer Erbkrankheit, bei der mehrere hormonproduzierende (endokrine) Drüsen und Organe erkranken und gutartige, teilweise jedoch auch bösartige Tumore ausbilden. Die davon betroffenen Organe sind im wesentlichen die Hirnanhangsdrüse, die Nebenschilddrüsen und der hormonproduzierende Teil der Bauchspeicheldrüse. Im Jahre 1997 wurde der genetische Defekt identifiziert, der für die Erkrankung verantwortlich ist. Die MEN 1 wird autosomal dominant vererbt, das heißt Nachkommen haben ein 50%-iges Risiko, den Defekt von ihren Eltern vererbt zu bekommen.

Wesentliche Themen der Forschungsarbeiten waren die Untersuchung der Ausprägung der Erkrankung, das heißt zum Beispiel, in welchem Lebensalter die Erkrankung bei Patienten mit dem Gendefekt auftritt und welche endokrinen Organsysteme zuerst und in welcher Reihenfolge betroffen sind etc. Des weiteren wurde untersucht, ob es unterschiedliche Ausprägungsformen des Krankheitsbildes, speziell in Bezug auf die Bauchspeicheldrüsentumore, in Abhängigkeit von verschiedenen Mutationen (Gendefekten) gibt. Dabei konnten erstmals sogenannte Genotyp/Phänotyp-Korrelationen (Zusammenhang zwischen Art des genetischen Defekts und Erscheinungsbild der Erkrankung) erstellt werden. Ein weiterer Schwerpunkt war die Überprüfung eines Tests bei der Untersuchung hormonproduzierender Bauchspeicheldrüsentumore. Dabei wurde gefunden, daß dieser Test nicht die vorher beschriebenen Informationen liefert und deshalb in Zukunft nicht mehr angewendet werden sollte. Die Forschungsarbeiten zeigten außerdem, daß bei ca. ¼ der Patienten mit MEN 1 Tumore der Nebennieren auftreten können, welche sich zum Teil sehr rasch entwickeln und lebensbedrohend sein können. Alle Untersuchungen wurden dabei erstmals nur bei Patienten mit nachgewiesenem Gendefekt für MEN 1 durchgeführt. Es konnten wesentliche neue Informationen gewonnen werden, welche Auswirkungen auf Vorsorgeprogramme und Therapie der Erkrankung haben.

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